Vereinsgeschichte

Die Zeit vor der Gründung
Wenn wir uns die Zeit vor über hundert Jahren vergegenwärtigen, die Zeit, wo sich unsere ersten Musikanten: Fridolin Knecht, Johann Hug, Albin Hug, Jakob Häusler, Josef Häusler, Moritz Knecht und andere bemühten, durch Gründung eines Musikvereins Frohsinn und Freude ins stille Dorf zu bringen, finden wir gar eigenartige Zustände.
Kein Fahrrad, kein Auto und keine Eisenbahn. Die Bevölkerung: Bauern, Handwerker, Nagelschmiede, Holzhauer, Kohlenbrenner und Steinbrecher. Das Volk lebt in ämrlichen Verhältnissen. Die neuesten Nachrichten vernehmen unsere Frauen am Dorfbrunnen oder im Wäschehaus; wenn sie es nicht gar vorziehen, die schmitzigen Hudeln im Rheinwasser zu waschen.

Foto aus dem Jahre 1932


Die Männer treffen sich am Sonntag auf der Kegelbahn bei einem halblitrigen Hänkelkrug, mit halbwarmem, klebrigem Bier gefüllt. Die Jungmannschaft macht ihre Ausflüge in benachbarte Dörfer oder in den nahen Schwarzwald. Die Töchter ziehen singend durch die Felder und Wälder, denn das Volkslied steht im höchsten Ansehen. Man kennt die Schalter, Hebel und Knöpfe noch nicht, an denen man Musik, Licht und Wärme hervorzaubern kann. Die Jugend findet ihr Vergnügen beim SPiel; und auch der nahe Rhein bietet viel Sehenswertes und ladet mit seinen klaren Fluten zum Bade ein.
Festanlässe gibt es wenige. Am meisten vermögen noch die Jahrmärkte das Volk anzulocken.
Als richtige Volksvergnügen werden noch Hochzeiten gefeiert; von Hochzeitsreisen weiss man nichts.
Unsere Hochzeitspaare wurden damals in der Pfarrkirche zu Mettau getraut. Alles übrige wickelte sich bei grosser Gästezahl bei Tanz, Spiel und Gesang in der Dorfwirtschaft ab. Die Tanzanlässe, für welche ja gewisse Zeiten und Tage zum voraus bestimmt waren, wurden nie vergessen und regelmässig in der Dorfwirtschaft abgehalten. Der Tanzsaal befand sich im südlichen Teil des Gasthofes zum "Engel", über dem Wagenschuppen. Bei allen Tanzanlässen stand ein grosser Teil der Dorfjugend vor dem "Engel" auf dem Strassenbord und beobachtete durchs offene Fenster alles, was da vorging. Die Jugend kannte alle Tänze, vom Walzer bis zur Kreuzpolka. Und weil die Musikanten sozusagen immer die gleichen Melodien spielten, hatten einige Tänze einen besoneren Zunamen erhalten. Marschmusik wurde selten, nur etwa bei Umzügen, gehört. Es waren ja gewöhnlich auch nur etwa 8 Musikanten beisammen. Wenn sie auftraten, schwelgte die Bevölkerung in gehobener Stimmung; die Kinder jauchzten, und die Alten horchten am offenen Fenster oder traten vor die Häuser.


Die Gründung
Einen Markstein in der Gründungsgeschichte unserer Musikgesellschaft bildete der 01. September 1908 - dem Gründungsdatum. Damals leiteten zehn junge, unternehmungslustige Männer das musikalische Leben in neue Bahnen. Ihre Namen sollen nicht vergessen bleiben. Es waren: Knecht Engelbert, Knecht Emil, Knecht Johann, Knecht Siegfried, Blum Emil, Fuchs Wilhelm, Hug Siegfried, Hug Eugen, Hug Hermann und Treier Arnold.


Einen Markstein in der Gründungsgeschichte unserer Musikgesellschaft bildete der 01. September 1908 - dem Gründungsdatum. Damals leiteten zehn junge, unternehmungslustige Männer das musikalische Leben in neue Bahnen. Ihre Namen sollen nicht vergessen bleiben. Es waren: Knecht Engelbert, Knecht Emil, Knecht Johann, Knecht Siegfried, Blum Emil, Fuchs Wilhelm, Hug Siegfried, Hug Eugen, Hug Hermann und Treier Arnold.



Gründungsfoto mit erster Musikgruppe 1908

Knecht Engelbert im Glaserhof war Lehrmeister und Dirigent. Er war die Seele des Unternehmens. Er war auch Mitglied der Musikgesellschaft Leibstadt und dort als guter Trompeter geschätzt. Er brachte es mit seinen Schülern so weit, dass das Bläserkorps schon am Sylvesterabend mit Erfolg öffentlich auftreten konnte.

Unsere Vorfahren
Es folgten bald neue Mitglieder, und zur Stärkung der Vereinskasse kamen Passivmitglieder hinzu. Dem Dirigenten wurde eine Jahresbesoldung von Fr. 10.00 zuerkannt.

Die Musikgesellschaft Schwaderloch besteht heute aus gegen 30 Aktiv-, rund 100 Passivmitgliedern und spielt in der dritten Stärkeklasse Harmonie. 

Kleine Episode zum 50-Jährigen am 22./29. Juni 1958
Natürlich wurde auch vor 50 Jahren ein solches Jubiläum gebührend gefeiert. Damals war es noch üblich, einen solchen Anlass mit einem Verschiebedatum zu planen. Das Hauptdatum wurde auf den 22. Juni und das Verschiebedatum auf den 29 Juni festgelegt. Nun, der Wetterbericht schien für den 22. Juni nicht besonders gut gewesen zu sein. Auf jeden Fall wurde das Fest vom OK auf das zweite Wochenende verschoben. Wahrscheinlich haben es die Verantwortlichen aber versäumt, dies auch der Tanzmusik mitzuteilen. Diese kam am Sonntagmittag, 22. Juni, angereist und man war sehr erstaunt, dass bei uns gar kein Fest stattfinden sollte. Sie liessen sich jedoch nicht nach Hause schicken. Sie bestiegen die Bühne und fingen an Tanzmusik zu spielen. Offenbar sprach sich das schnell herum, gegen Abend war das Festzelt ziemlich gut besetzt. Das eigentliche Fest fand dann aber am zweiten Wochenende statt.
"Dopplet gneiht hebt besser!“


Foto aus dem Jahre 1990

 

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